Zweiter Teil
 

1996 sollte alles anders werden. Zunächst bekommt er einen neuen Teamkollegen, den Kanadier Jacques Villeneuve und David Coulthard geht zu McLaren. Das Jahr fängt auch schon sehr vielversprechend an: Drei Siege in Folge in Melbourne, Interlagos und Buenos Aires. Der Nürburgring hat es dann aber wieder in sich, man könnte meinen, Damon steht mit ihm auf Kriegsfuss. Der Start von der Pole misslingt und am Ende kommt er nur als vierter ins Ziel. Der Sieg geht an Villeneuve, der auch in der weiteren Saison zu immer besseren Leistungen findet. Nach einem Patzer in Barcelona kann Damon Hill wieder zwei Rennen in Folge gewinnen, aber der Sieg bei seinem Heimrennen geht wieder einmal an Villeneuve. Es folgen einige Rennen, wo Damon wohl so einige Startschwierigkeiten hat, denn es gelingt einfach nichts mehr, wobei er trotzdem Punkte sammeln kann. Vor dem Großen Preis von Italien in Monza platzt dann die Bombe: Für das nächste Jahr wird Heinz-Harald Frentzen verpflichtet. Damon steht ohne Vertrag da und ausgerechnet in Monza könnte er den Titel holen, aber in Führung liegend macht er einen Fehler und das Rennen ist zu Ende, bevor es richtig angefangen hat. Dazu kommt, dass Villeneuve keine Punkte holt und Damon wäre mit diesem Sieg neuer Weltmeister. Dieser Erfolg musste bis zum letzten Rennen warten. In der Zwischenzeit wird bekannt, dass Damon Hill 1997 zu Arrows wechseln wird. Einem Team im hinteren Mittelfeld, aber mit Bridgestonerereifen, wovon alle viel erwarten. Das letzte Rennen in Suzuka ist schnell erzählt: Damon gewinnt den Start, Villeneuve verliert ein Rad und Damon ist Weltmeister. Zudem kommt der Sieg dazu.

1997 sollte für Damon Hill ein Jahr der Herausforderung werden, aber es wurde zu einer kleine Katastrophe. Der Arrows war in fast keinem Rennen konkurrenzfähig und im Auftaktrennen in Melbourne hatte Damon sogar Schwierigkeiten, sich überhaupt zu qualifizieren. Technische Probleme und die einfache Unfahrbarkeit des Arrows trugen nicht dazu bei, dass Damon diese Arbeit Spaß gemacht hat und das hat sich wohl auch auf die Ergebnisse ausgewirkt. Nicht nur einmal war Teamkollege Diniz schneller. In Silverstone platzt Teamchef Tom Walkinshaw der Kragen: „Damon ist nicht motiviert. Er ist ja nicht einmal in der Lage, Pedro Diniz abzuhängen.“ Insgeheim freut sich schon Testfahrer Jörg Müller über einen möglichen Platz im Team. Immerhin wird Damon in Silverstone sechster. Einmal sollte der Tag kommen, wo Arrows ganz vorne mitfahren kann, und er kam in Ungarn. Alleine die Leistung, das Auto auf den dritten Startplatz zu stellen, sollte angesprochen werden. Das Rennen werden wohl viele Fans nicht vergessen: Zuerst an Michael Schumacher vorbei und dann bis drei Runden vor Schluss in Führung liegend. Alle hatten an einen Sieg geglaubt, bis kein Gang mehr eingelegt werden kann und Damon die Führung an Villeneuve abgeben muss. Immerhin wird er noch zweiter. Für das Jahr 1998 hat er bei Jordan unterschrieben, wo er neben Ralf Schumacher fahren wird.

Für 1998 hatte sich Damon Hill nun wieder mehr vorgenommen, es sollten wieder Siege gefeiert werden. Aber, schon bei Saisonbeginn stellte sich heraus, dass der Jordan alles andere als konkurrenzfähig ist. Zwar gelang es ihm, die meisten Rennen zu beenden, aber immer ohne Punkte. Dazu kam, dass Teamkollege Ralf Schumacher in der Startaufstellung meistens vor ihm stand. Den ersten Punkt holte Damon erst in Hockenheim, als er auf Platz vier fuhr, was er auch in Ungarn tat. In Spa gelang dem Jordan-Team dann die Sensation. In der Startaufstellung belegte Damon schon den dritten Platz und am Ende sollte er das Rennen, was durch viele spektakuläre Zwischenfälle nicht verschont blieb, gewinnen und zwar vor Teamkollege Schumacher. Der Rest der Saison verlief ohne große Zwischenfälle, aber Punkte waren fast immer an der Tagesordnung. Anscheinend ging es mit dem Jordan-Team bergauf.

1999 sollte Damon wieder einen neuen Teamkollegen bekommen: Heinz-Harald Frentzen. In diesem Jahr sollte es noch besser laufen – wünschte sich Damon. Aber, wenn 1997 eine kleine Katastrophe war, dann war es 1999 die Große. Während Frentzen wunderbar mit dem Auto zurecht kommt, klappte es bei Damon überhaupt nicht. Nicht nur, dass er fast immer hinter Heinz-Harald in der Startaufstellung stand, er war auch an vielen Startkollisionen beteiligt. Wobei man auch sagen muss, dass es nicht unbedingt seine Schuld war, aber das spielt auch keine Rolle mehr. In Magny Cours gibt er seine Entscheidung bekann, am Ende der Saison aufzuhören. Hier ist seine offizielle  Aussage. In Frankreich konnte sich Damon bei strömenden Regen nicht qualifizieren, wurde aber zum Start nachträglich zugelassen. Teamkollege Frentzen hat das Rennen gewonnen, Damon schied aufgrund eines Defektes vorzeitig aus. In Silverstone werden dann die Stimmen lauter, dass es das letzte Rennen für Damon Hill sein wird, dort wird er auch fünfter und viele meinten, dass es nun Zeit wäre, um aufzuhören. Aber, er fährt bis zum Saisonschluss weiter, wobei er bis auf je einen Punkt in Ungarn und Belgien nichts erreichen kann, wobei er sicherlich auch keine zu großen Risiken mehr eingehen wollte.
Von Honda erhält Damon zum Abschied eine Monkey Honda, worüber sich der Ex-Weltmeister unheimlich freut. Viele Plakate hingen in Suzuka am Streckenrand, von Fans, die sich wohl nicht so richtig vorstellen konnten, dass Damon tatsächlich den Grand Prix Circus verlässt. Und auch viele von denjenigen Fans, die ihm viel Glück für die Zukunft gewünscht haben.
Hier noch einige  Meinungen zum Rücktritt.

Alles in allem hat Damon Hill eine sehr interessante Karriere hinter sich, die man sehr gerne verfolgt hat.

Hier kommt noch eine Kolumne über das letzte Rennen in Suzuka, geschrieben vom Propheten:
Und der Wind rief seinen Namen
 

 Zurück zu Teil eins
 Hauptbild

Dies waren meine persönlichen Worte über die Karriere von Damon Hill.  Es können sich natürlich Fehler eingeschlichen haben, für die ich mich entschuldigen möchte. Über eine Mail würde ich mich dann sehr freuen.
Karin